Sommer 2016

Visualität und Wissen (BA-Spezialvorlesung am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien mit Dr. Andreas Pribersky | Mittwoch, 18:30-20:00 | Hörsaal 34 im Hauptgebäude der Universität Wien, Universitätsring 1 | ab 9. März 2016)

Die Vorlesung beschäftigt sich mit den vielfältigen Funktionen von Bildern in der Politik. Bilder sind im politischen Tagesgeschäft omnipräsent: sie markieren das Feld des Sichtbaren und Zeigbaren, formen unsere Vorstellungen von aktuellen und historischen politischen Ereignissen, werden durch das so genannte „Bildhandeln“ zu Aktiva des politischen Geschehens und verleihen ihm eine symbolische Dimension. Anhand aktueller Bildbeispiele aus der politischen Praxis und ihrer medialen Vermittlung (u.a. Wahlkämpfe, politischer Fotojournalismus, strategische Selbstinszenierung von PolitikerInnen, Bilder aus Kriegs- und Konfliktsituationen) werden Strukturen, Konventionen, Motive und Genres diskutiert, die für das Bild von Politik konstitutiv sind.

Politische Kommunikation (BA-Seminar am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien | Mittwoch, 16:45-18:15 | Hörsaal 1 (A212) im Neuen Institutsgebäude, Universitätsstrasse 7/2 | ab 9. März 2016)

Das Seminar beschäftigt sich mit dem Forschungsfeld „Politische Kommunikation“ an der Schnittstelle von Politik- und Kommunikationswissenschaft. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf strategischer Online-Kommunikation im Rahmen politischer Kampagnen. Technologischer Wandel und eine stetige Professionalisierung stellen Kampagnen heute vor Herausforderungen, eröffnen aber auch neue Wege, wie PolitikerInnen mit JournalistInnen und potenziellen WählerInnen kommunizieren. Anhand rezenter Forschungsarbeiten zu Formen, Funktionsweisen und Auswirkungen strategischer Online-Kommunikation wollen wir Beispiele aus aktuellen Kampagnen diskutieren. Welche Rolle spielen soziale Netzwerke bei der politischen Mobilisierung? Wie beeinflussen Online-Kampagnen die politische Diskussions- und Partizipationsbereitschaft? Inwieweit können Diskurse in sozialen Netzwerken das Agenda Setting in der medialen Berichterstattung steuern?

Krieg der Bilder: Terror und Krieg als visuelle Inszenierungen (MA-Vertiefungsseminar am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien | Donnerstag, 11:30–13:00 | Hörsaal 3 (D212) im Neuen Institutsgebäude, Universitätsstrasse 7/2 | ab 10. März 2016)

Krieg und Terror werden in der sozialwissenschaftlichen Forschung zunehmend unter dem Gesichtspunkt einer strategischen visuellen Inszenierung untersucht. Während Kriegsfotografie seit dem Krim-Krieg und insbesondere seit dem 1. Weltkrieg als Werkzeug einer Beeinflussung einer öffentlichen Wahrnehmung des Kriegsgeschehens gilt, werden Terroranschläge spätestens seit dem 11. September 2001 auf ihre kalkulierten Wirkungsabsichten und medialen Inszenierungen befragt. Zahlreiche TheoretikerInnen – wie beispielsweise der Kunsthistoriker Horst Bredekamp oder der Historiker Gerhard Paul – haben darauf hingewiesen, dass Bilder zu Waffen in politischen Konflikten werden und aktiv in das historische Geschehen eingreifen können. Anhand historischer und aktueller (Bild)Beispiele wollen wir im Seminar unterschiedliche politische Funktionen von Kriegs- und Terrorbildern vor dem Hintergrund ihrer Produktions- und Rezeptionsbedingungen diskutieren: Zu welchen Zwecken werden Bilderzeugnisse von Terrororganisationen und Kriegsparteien eingesetzt? Welche Bildstrategien finden dabei Verwendung? Wie beeinflussen Kriegs- und Terrorbilder die mediale Berichterstattung und wie entstehen so genannte Medienframes (wie beispielsweise die Rede vom „Krieg gegen den Terror“)? Welche Bildkonventionen und Genres finden dabei Verwendung? Unter welchen Bedingungen ragen einzelne Bilderzeugnisse aus der so genannten „Flut“ an Bildern heraus? Ziel der Lehrveranstaltung ist eine Sensibilisierung der TeilnehmerInnen für die kulturellen, redaktionellen und politischen Rahmungen von Krieg und Terror, die die Wahrnehmungen und Deutungen dieser Ereignisse entscheidend prägen.

Theoretische Grundlagen Visueller Kommunikation (Gastvortrag im Rahmen des Fachhochschul-Studienganges Journalismus und PR an der FH JOANNEUM GmbH in Graz | Montag, 14. März 2016)

Der Vortrag beschäftigt sich mit zentralen Theorien, Ansätzen und Konzepten, die das dynamische Forschungsfeld der Visuellen Kommunikation prägen: Was ist ein Bild? Was unterscheidet visuelle Kommunikation von Text und Sprache? Was leisten Bilder im Journalismus, in der strategischen Kommunikation und in der Politik? Welche Kompetenzen sind beim Einsatz von Bildern relevant?

Politik im Bild: die visuelle Inszenierung von PolitikerInnen in sozialen Netzwerken (Gastvortrag im Rahmen des Fachhochschul-Studienganges Journalismus und PR an der FH JOANNEUM GmbH in Graz | Montag, 9. Mai 2016)

Barack Obama tut es, Hillary Clinton tut es, Angela Merkel tut es auch: PolitikerInnen setzen in ihrer strategischen Selbstinszenierung verstärkt auf die Verbreitung  von Bildmaterial in sozialen Netzwerken. Besonders wichtig sind dabei jene Fotos, die von persönlichen FotografInnen aufgenommen wurden. Diese Bilder dokumentieren nicht nur das politische Tagesgeschäft, sondern erlauben auch Einblicke in semi-private Momente von PolitikerInnen. Sie zeigen sie beim Sport oder im Kreis der Familie und helfen dabei, positive Images aufzubauen oder zu stärken. Am Beispiel des aktuellen US-amerikanischen Vorwahlkampfes zur Präsidentschaft analysieren wir gemeinsam verschiedene Bildtypen politischer Selbstinszenierung und diskutieren die unterschiedlichen Funktionen von Bildmaterial in der politischen Kommunikation: Welchen Bedingungen und Mechanismen folgt die politische Bildproduktion und welchen aktuellen Veränderungstendenzen unterliegt sie? Wie lassen sich politische Bilder wissenschaftlich analysieren und erklären? Welchen Einfluss nimmt die visuelle Inszenierung von PolitikerInnen auf den politischen Fotojournalismus?

Ausgewählte Fallbeispiele Visueller Kommunikation (Gastvortrag im Rahmen des Fachhochschul-Studienganges Journalismus und PR an der FH JOANNEUM GmbH in Graz | Montag, 6. Juni 2016)