Sommer 2018

Visualität und Wissen (BA-Vorlesung am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien | Donnerstag, 16:45-18:15 | Hörsaal III im Erdgeschoß des Neuen Institutsgebäudes, Universitätsstrasse 7 | ab 8. März 2018)

Die Vorlesung beschäftigt sich mit den vielfältigen Funktionen von Bildern in der Politik. Bilder sind im politischen Tagesgeschäft omnipräsent: sie markieren das Feld des Sichtbaren und Zeigbaren, formen unsere Vorstellungen von aktuellen und historischen politischen Ereignissen, werden durch das so genannte „Bildhandeln“ zu Aktiva des politischen Geschehens und verleihen ihm eine symbolische Dimension. Anhand aktueller Bildbeispiele aus der politischen Praxis und ihrer medialen Vermittlung (u.a. Wahlkämpfe, politischer Fotojournalismus, strategische Selbstinszenierung von PolitikerInnen, Bilder aus Kriegs- und Konfliktsituationen) werden Strukturen, Konventionen, Motive und Genres diskutiert, die für das Bild von Politik konstitutiv sind.

Visual Studies in der Politikwissenschaft: Visualisierungsstrategien politischen Neubeginns (MA-Forschungspraktikum am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien mit PD Dr. Karin Liebhart und Dr. Andreas Pribersky | Mittwoch, 9:45-13:00 | Hörsaal 3 (D212) im Neuen Institutsgebäude, Universitätsstrasse 7/2 | ab 7. März 2018)

Politische Kampagnen sind immer wieder mit dem Versprechen eines Neubeginns verbunden. Dabei bauen politische AkteurInnen und Gruppierungen ihre Kommunikationsstrategien auf der Idee auf, vermeintlich überkommene Strukturen zu verändern. Ein damit verbundenes Re-Branding wird nicht nur auf der sprachlichen Ebene vollzogen – wenn etwa Parteien sich plötzlich „Bewegungen“ nennen oder einen „neuen Stil“ propagieren -, sondern ist immer auch mit visuellen (Neu)Entwürfen und Imaginationen verbunden. Das Forschungspraktikum thematisiert solche Visualisierungsstrategien politischen Neubeginns in einem transnationalen Vergleich: Welche bild- und imagepolitischen Maßnahmen begleiten das politische Versprechen eines Neubeginns in unterschiedlichen Staaten der Europäischen Union? Welche Formen visueller KandidatInnendarstellungen lassen sich unterscheiden und welche Rollenkonzeptionen sind damit verbunden? Wie werden Vorstellungen eines veränderten politischen Systems ins Bild gebracht?

Qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung: Bild/inhaltsanalysen (BA-Übung am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien | Donnerstag, 15:00-16:30 | Hörsaal 1 (A212) im Neuen Institutsgebäude, Universitätsstrasse 7/2 | ab 8. März 2018)

Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit qualitativen inhaltsanalytischen Methoden unter besonderer Berücksichtigung visueller Ansätze. Die TeilnehmerInnen lernen Schritt für Schritt, wie sie Text- und Bildmaterial regelgeleitet und nachvollziehbar analysieren können. Als Beispiel dient die politische Kommunikation der aktuellen österreichischen Bundesregierung (z.B. multimodale Einträge in sozialen Netzwerken oder auf Websites, Pressefotos, etc.). Im Seminar diskutieren wir, welcher inhaltsanalytische Ansatz für welche Materialtypen geeignet ist, wie die Eigenlogik von Bildmaterial in Abgrenzung von der Logik der Textanalyse berücksichtigt werden kann und wie es um die Möglichkeiten und Grenzen visueller Ansätze in qualitativen sozialwissenschaftlichen Forschungsdesigns steht.