Winter 2017

Politische Bildanalyse (BA-Seminar am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien | Montag, 15:00-16:30 | Hörsaal 2 (A218) am Institut für Politikwissenschaft, Universitätsstrasse 7/2 | ab 9. Oktober 2017)

Politik ist ohne Bilder nicht denkbar. Im Rahmen des Seminars „Politische Bildanalyse“ werden wir uns Schritt für Schritt jene Kompetenzen aneignen, die für ein Verständnis politischer Bildlichkeit und ihrer spezifischen Funktionen in der Politik notwendig sind: Welche Produktions-, Verbreitungs- und Rezeptionsbedingungen sind für politische Bilder konstitutiv? Welche Wirkungspotenziale werden Bildern in der Politik zugeschrieben und wie lassen sie sich analysieren? Welche methodischen Ansätze und theoretischen Konzepte sind für ein Verständnis politischer Bilder zentral? Wodurch unterscheidet sich die Analyse politischer Bilder von der Analyse politischer Texte und Sprache? Bei der Beschäftigung mit diesen Fragen werden wir beispielorientiert vorgehen und Woche für Woche ein aktuelles Bild aus der politischen Praxis diskutieren (z.B. Wahlwerbemittel, politische Fotografien, visuelle Selbstinszenierungen von PolitikerInnen, etc.).

Krieg der Bilder: Terror und Krieg als visuelle Inszenierungen (MA-Seminar am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien | Donnerstag, 15:00-16:30 | Hörsaal 2 (A218) am Institut für Politikwissenschaft, Universitätsstrasse 7/2 | ab 12. Oktober 2017)

Krieg und Terror werden in der sozialwissenschaftlichen Forschung zunehmend unter dem Aspekt einer strategischen visuellen Inszenierung untersucht. Während Kriegsfotografie seit dem Krimkrieg von 1855 und ganz besonders seit dem 1. Weltkrieg als Werkzeug der Beeinflussung einer öffentlichen Wahrnehmung des Kriegsgeschehens gilt, werden Terroranschläge spätestens seit dem 11. September 2001 hinsichtlich ihrer kalkulierten Wirkungsabsichten und medialen Inszenierungen befragt. Zahlreiche Theoretiker – wie etwa der Historiker Gerhard Paul oder der Kunsthistoriker Horst Bredekamp – haben darauf hingewiesen, dass Bilder zu Waffen in politischen Konflikten werden können und aktiv in das historische Geschehen eingreifen. Anhand historischer und aktueller (Bild)Beispiele wollen wir im Seminar unterschiedliche politische Funktionen von Kriegs- und Terrorbildern vor dem Hintergrund ihrer Produktions- und Rezeptionsbedingungen diskutieren: Zu welchen Zwecken werden Bilderzeugnisse von Terrororganisationen und Kriegsparteien eingesetzt? Welche Bildstrategien finden dabei Verwendung? Wie beeinflussen Kriegs- und Terrorbilder die mediale Berichterstattung und wie entstehen so genannte „Frames“ (wie etwa die Rede vom „Krieg gegen den Terror“)? Welche Bildkonventionen und Genres finden dabei Verwendung? Unter welchen Bedingungen ragen einzelne Bilderzeugnisse aus der so genannten Flut an Bildmaterial heraus? Ziel der Lehrveranstaltung ist eine Sensibilisierung der TeilnehmerInnen für die kulturellen, redaktionellen und politischen Rahmungen von Krieg und Terror, die die Wahrnehmungen und Deutungen dieser Ereignisse wesentlich prägen.