Winter 2018

Politische Bildanalyse (BA-Seminar am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien | Montag, 15:00-16:30 | HS 1 (A212) am Institut für Politikwissenschaft, Universitätsstrasse 7/2 | ab 8. Oktober 2018)

Politik ist ohne Bilder nicht denkbar. Im Rahmen des Seminars „Politische Bildanalyse“ werden wir uns Schritt für Schritt jene Kompetenzen aneignen, die für ein Verständnis politischer Bildlichkeit und ihrer spezifischen Funktionen in der Politik notwendig sind: Welche Produktions-, Verbreitungs- und Rezeptionsbedingungen sind für politische Bilder konstitutiv? Welche Wirkungspotenziale werden Bildern in der Politik zugeschrieben und wie lassen sie sich analysieren? Welche methodischen Ansätze und theoretischen Konzepte sind für ein Verständnis politischer Bilder zentral? Wodurch unterscheidet sich die Analyse politischer Bilder von der Analyse politischer Texte und politischer Sprache? Bei der Beschäftigung mit diesen Fragen werden wir beispielorientiert vorgehen und Woche für Woche ein aktuelles Bild aus der politischen Praxis diskutieren (z.B. visuelle Wahlwerbemittel, politische Fotografien, visuelle Selbstinszenierungen von PolitikerInnen, etc.).

Visualität und Wissen (BA-Vorlesung am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien mit Dr. Andreas Pribersky | Mittwoch, 11:30-13:00 | Hörsaal 1 (A 212) am Institut für Politikwissenschaft, Universitätsstrasse 7/2 | ab 10. Oktober 2018)

Die Vorlesung beschäftigt sich mit den vielfältigen Funktionen von Bildern in der Politik. Bilder sind im politischen Tagesgeschäft omnipräsent: sie markieren das Feld des Sichtbaren und Zeigbaren, formen unsere Vorstellungen von aktuellen und historischen politischen Ereignissen, werden durch das so genannte „Bildhandeln“ zu Aktiva des politischen Geschehens und verleihen ihm eine symbolische Dimension. Anhand aktueller Bildbeispiele aus der politischen Praxis und ihrer medialen Vermittlung (u.a. Wahlkämpfe, politischer Fotojournalismus, strategische Selbstinszenierung von PolitikerInnen, Bilder aus Kriegs- und Konfliktsituationen) werden Strukturen, Konventionen, Motive und Genres diskutiert, die für das Bild von Politik konstitutiv sind.

Politische Bildkontrolle (MA-Seminar am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien | Donnerstag, 15:00-16:30 | Hörsaal 2 (A 218) am Institut für Politikwissenschaft, Universitätsstrasse 7/2 | ab 11. Oktober 2018)

Wenn politische AkteurInnen kommunizieren, dann versuchen sie nicht nur Kontrolle über ihre sprachlichen Botschaften zu behalten, sondern auch ihre visuelle Selbstdarstellung mit Bildmaterial zu regulieren. Dies kann über die Auswahl jener Fotos und Videos passieren, die bei politischen Kommunikationsakten in Umlauf gebracht werden (z.B. durch persönliche FotografInnen und eigene Kommunikationskanäle), oder durch eine Beschränkung eines Zugangs für unabhängige FotojournalistInnen. Soziale Netzwerke haben die Möglichkeiten politischer Bildkontrolle erweitert und verändert und politische AkteurInnen mit weitreichenden Kontrollmöglichkeiten ausgestattet. Ziel dieser Maßnahmen ist nicht zuletzt ein so genanntes Image Building und Image Management, also die Förderung einer erwünschten Wahrnehmung in unterschiedlichen (medialen) Öffentlichkeiten. Das Seminar nähert sich diesem stetig an Relevanz gewinnenden Phänomen, indem es politische Bildkontrolle in einer vergleichenden Perspektive analysiert. Fallbeispiele werden in Hinblick auf Bildproduktion, Bildverbreitung und Bildrezeption analysiert und vor dem Hintergrund der jeweiligen medienpolitischen Rahmenbedingungen diskutiert.