Sommer 2019

Politische Fotografie (BA-Seminar am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien | Montag, 11:30-13:00 | HS 1 (A212) am Institut für Politikwissenschaft, Universitätsstrasse 7/2)

Wie lässt sich die besondere Affinität zwischen Politik und Fotografie erklären? Warum glauben so viele PolitikerInnen an die Wirkung strategischer Bilder? Was hat es mit der viel beschworenen Authentizität von Fotos auf sich? Das Seminar beschäftigt sich mit politischer Fotografie in einem Austausch zwischen theoretischen und praktischen Perspektiven. Anhand aktueller und historischer Bildbeispiele erfahren die TeilnehmerInnen über Entstehungsbedingungen, Funktionen und Wirkungen politischer Fotografie in einem sich verändernden journalistischen Umfeld. Welche Aufgaben erfüllt Fotografie bei der Dokumentation sozialer Missstände, bei der Berichterstattung aus Krisen- und Konfliktregionen oder bei der strategischen Repräsentation sozialer Gruppen und politischer AkteurInnen? Unter welchen Rahmenbedingungen kann politische Fotografie heute entstehen? Wie arbeiten FotografInnen, Bildredaktionen und Agenturen? Unter welchen Bedingungen kann ein Foto zu einer Ikone für die Erinnerung an ein politisches Ereignis werden? Und was macht heute noch den Mehrwert professioneller Fotografie aus, wenn Medien durch so genannte Echtzeitberichterstattung und Online-Bildverbreitung unter Druck geraten?

Qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung (BA-Seminar am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien| Montag, 15:00-16:30 | Hörsaal 3 am Institut für Politikwissenschaft, Universitätsstrasse 7/2)

Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit qualitativen inhaltsanalytischen Methoden unter besonderer Berücksichtigung visueller Ansätze. Die TeilnehmerInnen lernen Schritt für Schritt, wie sie Text- und Bildmaterial regelgeleitet und nachvollziehbar analysieren können. Als Beispiel dient die Analyse politischer Kommunikation (z.B. multimodale Einträge in sozialen Netzwerken oder auf Websites, Pressefotos, etc.). In der Lehrveranstaltung diskutieren wir, welcher inhaltsanalytische Ansatz für welche Materialtypen geeignet ist, wie die Eigenlogik von Bildmaterial in Abgrenzung von der Logik der Textanalyse berücksichtigt werden kann und wie es um die Möglichkeiten und Grenzen visueller Ansätze in qualitativen sozialwissenschaftlichen Forschungsdesigns steht.

Bildpolitiken (MA-Vorlesung am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien mit Dr. Andreas Pribersky | Donnerstag, 16:45-18:15 | Hörsaal 3 (NIG Erdgeschoss), Universitätsstrasse 7)

Die Vorlesung beschäftigt sich mit den vielfältigen Funktionen von Bildern in der Politik. Bilder sind im politischen Tagesgeschäft omnipräsent: sie markieren das Feld des Sichtbaren und Zeigbaren, formen unsere Vorstellungen von aktuellen und historischen politischen Ereignissen, werden durch das so genannte Bildhandeln zu Aktiva des politischen Geschehens und verleihen ihm eine symbolische Dimension. Anhand aktueller Bildbeispiele aus der politischen Praxis und ihrer medialen Vermittlung (u.a. Wahlkämpfe, politischer Fotojournalismus, strategische Selbstinszenierung politischer AkteurInnen, Bilder aus aktuellen Kriegs- und Krisensituationen) werden Konventionen, Motive und Praktiken diskutiert, die für das Bild von Politik konstitutiv sind.